Wochenends… im Stuttgarter Rathaus: Paternoster fahren

Bist Du schon mal Paternoster gefahren? – Ich auch nicht.

Bis heute Nachmittag. Wir kommen am Rathaus vorbei, rein dort, scharf links abbiegen, direkt am modernen Aufzug vorbei. Und da dreht er schon seine Runden. Einsteigen in den fahrenden offenen Aufzug und Runden drehen. Von unten nach oben und wieder hinab. – Nostalgisch fühlt sich das an.

Ganz umsonst, an den Öffnungstagen des Rathauses zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr. Nach dem Einkauf auf dem Markt auf dem Rathausplatz, direkt am Weg zwischen Dorotheenquartier und Königsstraße. Einfach mal die Behörde beleben.

Der Name Paternoster stammt übrigens vom katholischen Rosenkranz, da die Aufzugskabinen wie die Perlen an einer Schnur an der Umlaufkette hängen, die über das große Zahnrad im Dachboden des Aufzugs angetrieben wird. Beim Rosenkranz stehen die Perlen für Gebete, auf zehn Ave Maria folgt ein Vaterunser, lateinisch: Paternoster.

Paternoster im Stuttgarter Rathaus

 

Wochenends… aus Stuttgart nach Markgröningen

Wenn die Luft im Kessel steht und das Bedürfnis nach etwas Landluft wächst, lohnt sich ein Ausflug in den Speckgürtel der Stadt, in den Landkreis Ludwigsburg, in die Kleinstadt Markgröningen. 

Wir waren zur Stadtführung mit Ariane dort. Mittelalterliche Fachwerkhäuser, die erstaunlich gut erhalten sind, prägen das Stadtbild. Wir lassen uns ehemalige Bürgerhäuser und die imposante Bartholomäuskirche erklären, schlendern durch kleine Gässchen und starten und enden auf dem großen weiten Marktplatz, wo wir dann beim Griechen einkehren. 

Dort: solide griechisch-europäische Küche und eine Kellnerin, die ohne Block und Stift, dafür mit breitem Lächeln die Bestellung von 7 Personen entgegennimmt. Und es klappt. Und es schmeckt. Und danach atmen alle Knoblauch und Zwiebel. 

Wer den Ort und seine patriotischen Einwohner in Höchstform erleben möchte, kommt im August zum Schäferlauf. Alle sind da, die Studenten kommen zurück und machen mit. Für Gäste ein zunächst ungewöhnliches Spektakel. Aber alle feiern. Sich selbst, das schöne Mittelalterstädtchen und die Schafe. 

Bis bald!

Stadt Markgröningen

Grieche am Markt

 

Wochenends… in Weil am Rhein bei Vitra

Freitagabends, raus aus Stuttgart und, so wie alle, mit dem Auto ins Wochenende fahren. In Richtung Süd-Süd-West, um dort, wo die Eltern daheim sind, am Samstag bei Vitra Schnäppchen zu schlagen. 

Einmal im Jahr veranstaltet der Möbelhersteller den legendären Factory Sale. Dann heißt es morgens ab 10.00 Uhr, wenn die Tore sich öffnen, schnell sein. Früher, also vor 4-5 Jahren, bekam man auch die Eames Plastic Chairs noch um 40 – 50 % vergünstigt. Diese Modelle sind heute durchgehend um 25 % reduziert. Und um an das Wunschmodell zu kommen, gilt es, mit anderen Schnäppchenjägern und ihren Stuhllagern zu tauschen und zu feilschen. Am Ende ist nämlich doch alles wieder so teuer, sogar für den jungen Hipster aus Basel und das sonst so bunt gemischte Publikum, dass aus den 8 gesammelten Stühlen doch nur 2 – 3 werden. 

Richtige Schnäppchen können bei Bürostühlen und Sofas, also bei den richtig teuren Möbeln gemacht werden. Die sind gut bis zu 60 % reduziert. 

Meine Ausbeute: ein grau-blauer Plastic Side Chair mit schwarzer H-Base und zwei Pantons in Knallfarben: rot und gelb im Auftrag für Freunde:

Ansonsten gilt: früh kommen (wir waren gegen 8 Uhr da und kamen mit dem ca. 5. Schwung in die Halle, gegen halb 11. Einlass ist nämlich nur in Etappen), warm anziehen, gefrühstückt wird in der Schlange und für die Hardcore-Möbel-Fans: campen. Dann bist du sicher der erste in der Reihe! Im Übrigen: Freunde mitbringen, die beraten und mittauschen und im Anschluss noch mindestens einen Spaziergang über den Vitra Campus machen. Dort haben sich die berühmtesten Architekten verewigt: Zaha Hadid, Frank O. Gehry und Herzog & de Meuron bauten Museum, Haus, Feuerwehrhaus, Schaulager und Co. Ein Ensemble aus Augenweiden, das seinesgleichen vergeblich sucht. 

Die Schwarzwälder Kirschtorte im Vitra Haus Café übrigens auch. Unbedingt probieren! 

Bis bald! 

Vitra Campus, Weil am Rhein